Falschgeldkriminalität
Falschgeld - ein Thema, das in weiten Kreisen der Bevölkerung auf breites Interesse stößt.
Falschgeld gibt es, seit es Geld gibt.
Geld hat eine lange Geschichte. Ohne Geld könnte unser heutiges Wirtschaftssystem nicht funktionieren.
Schon vor 2700 Jahren prägten die Lyder in Kleinasien Münzen aus seltenen Metallen, um damit den Handel zu erleichtern.
Die Sicherheit des Geldverkehrs und des Verkehrs mit Wertpapieren und Wertzeichen ist notwendige Voraussetzung für
funktionierende Wirtschaftsgeflechte. Geld-, Wertpapier- und Wertzeichenfälschungen wirken in ihrer Individual- und
Sozialschädlichkeit überregional und international, weshalb auch die Bekämpfung dieser Delikte national und länderübergreifend
erfolgen muss. Aber was ist Falschgeld?
"Falschgeld sind nachgemachte oder verfälschte Banknoten oder Münzen. Die Bundesbank und alle Kreditinstitute haben Falschgeld
und als Falschgeld verdächtige Banknoten und Münzen gegen Empfangsbescheinigung anzuhalten und mit einem Bericht der
Polizei zu übersenden….".
Unter "Falschgeld" werden also ausschließlich nachgemachte oder verfälschte Banknoten verstanden. In der Fachsprache wird
derartiges Falschgeld auch als "Falsifikat" bezeichnet.
Der Euro ist seit dem 01.01.2002 offizielles Zahlungsmittel in 12 der 25 EU-Mitgliedstaaten sowie in Monaco, San Marino und im
Vatikanstaat und wird auf einem Markt mit über 300 Mio. Konsumenten als Zahlungsmittel eingesetzt - ein Eldorado für Fälscher.
In der Beliebtheitsskala der Verteilerländer steht Deutschland an vierter Stelle hinter Frank-reich, Spanien und Italien.
Die Fälschungen reichen von billigen Scans bis hin zu gedruckten Scheinen, die tatsächlich erst einmal akzeptabel wirken und
dem arglosen Konsumenten relativ leicht untergejubelt werden können. Aber auch die "Billig-Scheine" haben bereits ihre Opfer gefunden.
Die Falschgeldkriminalität in Europa nimmt sowohl hinsichtlich der Gesamtmenge wie auch des Verbreitungsgrades immer mehr zu.
Ferner ist erkennbar, dass die international tätigen Fälscher bemüht sind, die Qualität ihrer Falsifikate fortwährend zu verbessern.
Darüber hinaus ist die Falschgeldherstellung aufgrund der damit verbundenen enormen Gewinnmöglichkeiten neben anderen
Kriminalitätsphänomenen mittlerweile ein Standbein internationaler Strukturen der Organisierten Kriminalität geworden.
Zwar kann man bei allen gefährdeten Produkten Maßnahmen ergreifen, um den Fälschungs-schutz zu erhöhen, aber absolute
Sicherheit vor Fälschungen wird es nicht geben. Produktpiraterie, Fälschungen von Dokumenten, Kunstwerken und letztlich
Zahlungsmitteln sprechen eine eigene Sprache. Tatsächlich nehmen die festgestellten Falschgeldfälle bei uns inzwischen einen
Stellenwert ein, der noch vor Jahren undenkbar gewesen wäre.
Die kriminalpolizeiliche Bearbeitung von Falschgelddelikten obliegt in Mecklenburg-Vorpommern den jeweiligen
Kriminalpolizeiinspektionen im Lande. Darüber hinaus bilden moderne Informations- und Kommunikationssysteme im
Zusammenwirken mit Europol, Interpol und der Europäischen Zentralbank die Grundlage für die Entwicklung kriminalitätsbezogener
Konzeptionen zur Bekämpfung der Falschgeldkriminalität.
Die Zentralstelle für Falschgelddelikte befindet sich im Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist:
- zuständig für die Auswertung und Analyse von Falschgelddelikten in Mecklenburg-Vorpommern,
- Knotenpunkt des Informationsaustausches zum Bereich der Falschgeldkriminalität zwischen dem Bundeskriminalamt,
der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank, den Filialen der Deutschen Bundesbank und den sachbearbeitenden
Polizeidienststellen, sowie den Geld -und Werttransportunternehmen, den Banken und Kreditinstituten,
- im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit präventiv tätig, in dem bei geeigneten Präventionsveranstaltungen die Öffentlichkeit
über Themenbereiche wie z.B. - das Erkennen von Falsch-geld und Verhalten bei Feststellung von Falschgeld unterrichtet werden.
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